Der Apparat macht, was der Mensch will, aber der Mensch kann nur wollen, was der Apparat kann. (Vilém Flusser 1920-1991)

Dieser Ausspruch des Philosophen Flusser trifft par Excellence auf das photographische Equipment zu, mit dem ich arbeite, meiner LEICA R- und LEICA M-Ausrüstung. Er trifft damit unbewußt den Kern der Sache.

Die Leica-Philosophie heißt nämlich nicht »schneller, höher, weiter«, sondern stellt dem Photographen ein puristisches »Hand-Werkzeug« zur Verfügung, das ihn nicht Sklave seiner gekauften Technik sein läßt. Dieses Hand-Werkzeug fordert ihn persönlich. Daher funktioniert der uralte Kodak-Spruch »You press the button, we do the rest« mit einer Leica natürlich nicht.

Das macht das Photographieren eben nicht leicht, aber dadurch zwangsläufig besser.

Prof. Raddatz, der freundlicherweise den Essay in meinem Bildband verfasst hat, erzählte mir einmal, daß er seine Manuskripte mit einem Füllfederhalter auf speziellem Büttenpapier schriebe. Das Papier stelle dem Füllfederhalter beim Schreiben einen Widerstand entgegen und gerade dieser Widerstand gebe ihm den »Kick« zum Denken beim Schreiben.

Wo es doch so schöne und schnelle Schreibgeräte gibt... Und wo es doch so schöne und schnelle andere Kameras gibt... Nicht wahr?

Aber nicht jeder Photograph ist auf die dünne Suppe aus, wenn ihm das mühselige Filetieren köstlichsten Genuß verspricht. Daher gibt es oft kleine »Glaubenskriege« der Photographen in der Diskussion um das Erreichen visueller Qualitäten...

Ich habe meinen Frieden geschlossen und bin überzeugter Leica-Photograph. Mein Apparat kann alles was ich will, er läßt es mich selbst entscheiden.



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